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Quality of literature/ Qualität der Literatur

Translations are like fashion: what’s popular at one moment can change later on.

Chris Meade and Ferdinand Schmatz at the European Literature Days 2013. Professor Schmatz, who teaches at the Institute for Creative Writing, University of Applied Arts, points out the influence of the book market on teaching. This led him to modify the idea of the writer.

“My lyric material is actually untranslatable, though at the same time translators are delighted if they find their strategies.” I’m not fond of this topos of “untranslatable literature”. I regard “untranslatability” as an excuse for not making an effort. Translation in general means the task of conveying material A in terms of B and this never happens without loss. But in any case today I’m no longer getting anywhere with Ferdinand Schmatz. When he advocates expanding the media concept and integrating literature into other media, I get agitated again because I don’t like this idea of a merger. Why do so many people believe “being modern” implies treating everything as though it were interconnected? In the end, Ferdinand Schmatz also remarks, “I’m not interested in the market.” And this echoes my comprehension difficulties. I don’t know why so many people think if no one takes an interest there’s control over quality. And how does this all fit with what he conveys in his role as a tutor to young upcoming writers?

Chris Meade, whom I could listen to for days purely because of his tremendous command of language and the emphasis of his phrasing – (actually, I’d love to have an audio book by Chris Meade, even if he only reads the traffic news!) – offers arguments, which I much prefer. Why do we always paint things so black, instead of seeing the opportunities? For him, poetry and literature should feature on Apps and he criticizes writers’ expectations now of hardly making any money from literature. He thinks direct contact with the reader is a return to the oral tradition – for him the idea of growth seems a problem: the literary world should not grow, but shrink. Less quantity, more quality. Here, the internet can be both a blessing and a curse.

“Doesn’t matter if you publish in print or online – you just have to publish in people’s hearts”.

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Ein Gespräch zwischen Chris Meade und Ferdinand Schmatz bei den Europäischen Literaturtagen 2013. Schmatz, der als Professor am Institut für Sprachkunst lehrt, verweist auf einen Einfluss des Markts in die Lehre, der dazu führe, dass er für sich den Begriff Autor modifizieren müsse.

„Meine Lyrik ist eigentlich nicht zu übersetzen, doch gleichzeitig freuen sich Übersetzer, wenn sie ihre Strategien finden.“ Diesen Topos von „unübersetzbarer Literatur“ mag ich ja gar nicht. Ich finde, „Unübersetzbarkeit“ ist eine Ausrede, um sich nicht anzustrengen. Übersetzung bedeutet generell, dass etwas von A nach B gebracht werden muss, und das geschieht nie ohne Verluste. Aber mit Ferdinand Schmatz komme ich heute ohnehin auf keinen grünen Zweig mehr. Als er dafür plädiert, den medialen Begriff zu erweitern und Literatur in andere Medien zu integrieren, stößt es mir ein zweites Mal auf, denn ich mag diesen Fusions-Gedanken nicht. Warum glauben so viele Leute, „modern sein“ bedeutet, alles als miteinander zusammenhängend zu begreifen? Am Ende sagt Ferdinand Schmatz schließlich noch: „Der Markt interessiert mich nicht“, und hiermit ist mein Verständnisproblem perfekt. Ich weiß nicht, wieso so viele Menschen es als Prädikat für Qualität verstehen, wenn sich niemand für etwas interessiert. Und vor allem, wie passt das mit dem zusammen, was er als Lehrbeauftragter jungen Autoren vermittelt?

Chris Meade, dem ich allein wegen seines großartigen Sprachflusses und der Art, wie er seine Sätze betont, tagelang zuhören könnte (liebes Christkind, ich wünsche mir bitte ein Hörbuch von Chris Meade – meinetwegen kann er darin auch die Verkehrsnachrichten sprechen), gefällt mir in seiner Argumentation schon besser: warum immer den Teufel an die Wand malen, anstatt die Möglichkeiten zu sehen? Er definiert die App als den Platz, wo Dichtung hingehören könnte, und kritisiert die bestehende Erwartung von Autoren, ohnehin nur wenig mit Literatur zu verdienen. Er sieht den direkten Kontakt zum Leser als Rückkehr zur oralen Tradition, und das Problem ist für ihn der Wachstumsgedanke: Die Literaturwelt sollte nicht wachsen, sondern schrumpfen. Weniger Quantität, mehr Qualtiät. Das Internet kann dabei Segen wie Fluch sein. „Doesn’t matter if you publish in print or online – you just have to publish in people’s hearts“.

Vea Kaiser

Vea Kaiser, born 1988, Austrian novelist.

Vea Kaiser, geboren 1988, österreichische Schriftstellerin.

Vea Kaiser, born 1988, Austrian novelist.

Vea Kaiser, geboren 1988, österreichische Schriftstellerin.

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