Europäische Literaturtage 2021

Reiserouten. Unterwegs, um frei zu sein?

Die Europäischen Literaturtagen 2020 zum Thema „Mehr Wildnis“ fanden wegen des Corona-Lockdowns online statt. Hier finden Sie die einzelnen Veranstaltungen des Livestreams archiviert und nachzusehen: https://www.youtube.com/c/LiteraturhausEuropa.

Vom 18. bis 21.11.2021 wird Krems an der Donau erneut zu einem Begegnungsort mit europäischer Literatur werden. Dialoge mit internationalen Autor*innen, Bücher-Talks, Lesungen, Workshops, kulturhistorische Ausflügen sowie kulinarisch und musikalisch begleitete Veranstaltungen sind auch in der nächsten Ausgabe Teil eines inspirierenden wie abwechslungsreichen Festivalprogramms.

Ein thematischer Schwerpunkt ist  dem Thema „Reiserouten. Unterwegs, um frei zu sein?“ gewidmet . Zum Abschluss wird wieder der Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln an den/die aktuelle/n Preisträger*in verliehen.

Das Programm und Ticketing der Europäischen Literaturtage 2021 werden zeitgerecht online gestellt.

Reiserouten. Unterwegs, um frei zu sein?

Wie entsteht die Faszination für Reiserouten, und wie beeinflussen und prägen literarische Werke das Bild dieser Wege? Was symbolisieren historisch gewachsene Reiserouten wie die Seidenstraße, die Balkanroute oder die Route 66 und mit welchen Fragestellungen unserer Gegenwart verbinden wir sie? Was an ihnen ist real, und was imaginiert. Mit welchen Wünschen, Hoffnungen aber auch Befürchtungen des reisenden Menschen sind sie verbunden? Und schließlich: Was können wir daraus in Bezug auf die während der Corona-Lockdowns entbrannte Debatte um die Reisefreiheit lernen?

Was zeigt und lehrt uns dazu die Literatur, die seit Homers Odyssee mit dem Wunsch nach Bewegungsfreiheit und Erkenntnisgewinn verbunden ist? Warum entscheiden sich Reisende für eine bestimmte Route? Was lehrt sie die Erweiterung ihres Horizonts - ob geographisch, zeitlich oder in sich selbst?

All diese Fragen verweisen auf eine zentrale und politisch umstrittene Auseinandersetzung unserer Gegenwart, nämlich jener über die Reisefreiheit und damit verbunden über offene und geschlossene Grenzen. Die Einschränkung der Reisefreiheit rückte 2020 erneut ins Zentrum der Debatte über das westliche Selbstverständnis vom freien Leben, als plötzlich nicht nur Menschen auf der Flucht  und Arbeitssuchende, sondern auch die an Wohlstand gewöhnten Mittelschichten von Reisebeschränkungen betroffen waren. Und dies inmitten der ökologischen Katastrophe, die ganz wesentlich vom weltweit ungehemmten und massenweisen Transport von Menschen und Gütern in den letzten Jahrzehnten ausgelöst wurde.

Verweisen geschlossene und offene Grenzen auf eine universelle Grundbefindlichkeit menschlichen Denkens und Fühlens und Strebens? Ist unbehindertes Reisen schlechthin Ausdruck des Wunsches nach grenzenloser Freiheit?

All diese Fragen stellen die Europäischen Literarturtage 2021 an internationale Schriftsteller*innen und Philosoph*innen und laden sie zu Vorträgen, Dialogen, Lesungen, Konzerten und vor allem zu einer produktiven Begegnung mit dem interessierten Publikum im Klangraum Krems Minoritenkirche ein.

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