Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Sektionen

Copyright Controversy

Kaum etwas illustriert das europäische Dilemma besser als die gegenwärtige Auseinandersetzung um das Urheberrecht. Es ist rechtlich so national geregelt wie es grundsätzlich einen europäischen Wert darstellt – das wohl erworbene Recht der Schöpfer von Literatur auf finanzielle Vergütung ihrer Werke, das neben der Freiheit des Wortes die Vielfalt der europäischen Literatur mitermöglichte.
Dieses Recht obliegt der nationalen Gesetzgebung und ist doch in der globalen und digitalen Medienwelt über Landesgrenzen hinaus eine europäische Herausforderung. Letztlich betrifft es die Existenz und Zukunft von Autoren wie die von Verlagen wie die von Bibliotheken – der Schöpfer von also gleichwie der verschiedenen Vermittler von Literatur. Und bei aller Differenziertheit der Standpunkte steht jedenfalls derzeit fest – die Teilnehmer liegen im heillosen Streit miteinander.
Etwa weisen die öffentlichen Bibliotheken in vielen Ländern darauf hin, dass eine Verlagspolitik, die den Verleih von E-Books verunmöglicht, das Netz von Büchereien in Gefahr brächte. Dagegen beschwört das deutsche PEN Zentrum in einem offenen Brief das EU Parlament, erzwungene E-Bookverleihe in Bibliotheken würden die größte Gratis-Flatrate aller Zeiten produzieren. Verlage schließlich beklagen, dass IT Konzerne gleichwie Parlamente und Bibliotheken nur mehr die Konsumentenperspektive zur alleinigen Perspektive im Auge hätten. Wie können Autoren in einer digitalen Welt von ihren Werken leben? Wie Verlage ihrem Redaktionsauftrag nachkommen und davon leben? Wie Bibliotheken ihrem Bildungsauftrag nachkommen?
Das Observatorium der europäischen Gegenwartsliteratur versucht 2016 den Stand dieser Debatten länderübergreifend zu führen, und die Perspektive von Autoren, Verlegern und Bibliotheken zu beleuchten.

Copyright Controversy

Bild in Originalgröße 48 KB | Bild anzeigenAnzeigen Bild herunterladenDownload